Geschichte

Industriebecken

Wiege des Steinkohlenbergbaus

Das Lütticher Industriebecken ist eng mit dem Steinkohlenbergbau verbunden: Die Region nimmt übrigens für sich in Anspruch, als erste die Kohle auf dem Kontinent entdeckt zu haben! Das französische Wort „houille“ (Schwarzkohle) soll vom wallonischen Wort „hoye“ kommen, das im Lütticher Dialekt Splitter, Fragment bedeutet.

In den Schriften des Mittelalters werden bereits erste Kohleförderungen in der Region erwähnt; daraus ist später ein historisch gewachsener Wirtschaftszweig mit eigenem Sozialsystem entstanden, der vom industriellen Aufschwung des Lütticher Reviers profitiert hat. Im XIX. Jahrhundert verwandelt sich das Becken unter der Führung von John Cockerill, der sich in Seraing niedergelassen hatte, zu einer gigantischen Industrie, die die ersten Lokomotiven in Europa bauen sollte.

Hier fördern Bergleute fieberhaft Kohle. Ein bisschen weiter nutzen Metallarbeiter diesen fossilen Energieträger ... Die Region hat Hochkonjunktur bis zu den großen Krisen der 70er und 80er Jahre, wenngleich einige Zechen bereits in den 30er Jahren dichtgemacht hatten – ein Vorbote des Niedergangs.

Seitdem steht das Becken im Zeichen des lebensnotwendigen Umschwungs. Es setzt dabei auf seine Erfahrung mit der Metallverarbeitung – und nun auf seine Halden, die als Grünflächen nicht mehr aus dem Stadtbild wegzudenken sind.